Wer das CDU-Werkstattgespräch zu Migration, Sicherheit und Integration als „Stuhlkreis“ verspottet, der tut Annegret Kramp-Karrenbauer unrecht. Die Substanz ist da: ihr konservatives Innenpolitik-Profil, mehr Harmonie mit der CSU - und die Hoffnung auf eine Annäherung an FDP und Grüne. Kramp-Karrenbauer hat sich davon nicht beirren lassen, weil sie fürchtet, der Streit könne sonst zu solch einem Dauerkonflikt geraten wie bei der SPD die Agenda 2010. Wenn nach dem „Stuhlkreis“ also die CDU-Sitzmöbel wieder dauerhaft enger zusammengeschoben werden, könnte das die Basis für eine Jamaika-Option sein. Und wenn die in greifbare Nähe kommen sollte, wird keiner mehr zu fragen wagen: Wo ist eigentlich Friedrich Merz?
Source: Der Tagesspiegel February 11, 2019 09:45 UTC