Szenenbild aus »Chronicles from the Siege« von Abdallah AlkhatibAm Ende hat die Berlinale doch noch ihren Ruf als ein politisches Filmfestival verteidigt. Die deutsch-französisch-türkische Produktion konnte allerdings größtenteils nicht in der Türkei gedreht werden; sie zeigt Widerstandswillen, aber auch die daraus folgenden Alltagsnöte. Psychischer Verfall, Geschäftemacherei, Egoismus und Hilfsbereitschaft, intensiver Lebens- und Liebeswille – Alkhatib zeigt die Auswirkungen des Krieges, nicht seine politischen Ursachen. Bereits zu diesem Zeitpunkt, als ihr israelaffiner Nachfolger Wolfram Weimer noch nicht im Amt war, stand die Drohung im Raum, staatliche Zuschüsse für die Berlinale zu streichen. 2025, also im Jahr nach dem Antisemitismusstreit, präsentierte die Berlinale mit »Holding Liat« und »A Letter to David« brav gleich zwei Dokumentarfilme über israelische Geiseln.
Source: Junge Welt February 22, 2026 18:31 UTC