Nach dem Desaster bei der Bundestagswahl, bei der die Sozialdemokraten in der Hauptstadt auf das historische Tief von 17,9 Prozent absackten, suchen vermeintliche und tatsächliche Strategen der Partei händeringend nach Zukunftsrezepten. Die SPD sei mit einer „komplett auf Müller zugeschnittenen Kampagne“ bei der Abgeordnetenhauswahl eingebrochen, zuletzt seien auch die Bundestagswahl und der Tegel-Volksentscheid verloren gegangen. Kohlmeier, der sich in seinem Wahlkreis als „Liebling Kaulsdorf“ präsentiert, gilt im komplizierten Partei- und Fraktionskosmos der SPD als kritischer Kopf. „Ich bin ein Freund innerparteilicher Diskussionen“Parteivize und Staatssekretär Mark Rackles meinte, SPD und Linke müssten sich politisch und organisatorisch annähern. Seinerseits schimpfte Saleh – zum wiederholten Male in einem „Tagsspiegel“-Beitrag – gegen die „Funktionäre“ in der SPD und forderte den Rücktritt der gesamten Bundesparteispitze – mit Ausnahme von Martin Schulz.
Source: Die Welt October 27, 2017 14:37 UTC