Die Geschichte zeige, dass die präkapitalistischen Produzenten in der Peripherie – gemeint sind die einfachen Warenproduzenten der ökonomisch schwach entwickelten Regionen – weiter existierten. Die Autoren verstehen unter Imperialismus ein »Zwangsverhältnis, das der kapitalistische Sektor gegenüber seiner ›Außenwelt‹ durchsetzt, um zwei Sachverhalte sicherzustellen. Er versuche, sie zu verhindern, indem er über eine erzwungene Einkommensdeflation den Kleinproduzenten und der arbeitenden Bevölkerung in der »Peripherie« harte ökonomische Lasten aufbürdet, was wiederum zu Verarmung und wachsender Ungleichheit führe. Insgesamt präsentieren Utsa und Prabhat Patnaik eine plausible Erklärung für den Anstieg der Angebotspreise, unterschätzen aber die Rolle der Monopole. Zugleich kolportieren die Autoren längst widerlegte Ansichten, wie die von der Lohn-Preis-Spirale und einer vermeintlichen Austauschbarkeit von Inflation und Arbeitslosigkeit.
Source: Die Welt May 14, 2023 18:05 UTC