DFL-Boss Christian Seifert hatte an jenem Montag einen »Existenzkampf« ausgerufen und damit den Milliardenpoker um die Übertragungsrechte gemeint. »Ultras hatten schon immer eine soziale Ader«, sagt Tim Berg (Name geändert), der einst in einer ostdeutschen Großstadt eine Ultragruppe mitgegründet hat. »Das ist Ausdruck einer Haltung.« Und die stehe nun mal konträr zu der von Unternehmen, die etwa Antirassismuskampagnen mit Firmenlogo präsentieren würden – aus blankem Opportunismus. Wie ausdauernd die aktiven Fans sich außerhalb des Spielbetriebs sozial engagieren werden, weiß Berg nicht. Der Zusammenhalt, die Gemeinschaft sei bei ihnen indes stärker ausgeprägt als bei »normalen Fans«, und die karitative Solidarität kein bloßer Zeitvertreib in der spielfreien Phase.
Source: Junge Welt March 18, 2020 18:22 UTC