Die Zahl der Menschen, die in Haushalten mit mittlerem Einkommen leben, ist in den vergangenen Jahren zurückgegangen, während die Zahl derjenigen, die in armen und reichen Haushalten leben, steigt. Lebten Anfang der 90er-Jahre noch rund 5,6 Prozent der Bevölkerung in reichen Haushalten, stieg der Anteil bis 2005 auf knapp acht Prozent. Insbesondere die Daten zu den reichen Haushalten sind allerdings mit Vorsicht zu genießen, weil Menschen mit sehr hohen Einkommen und besonders Vermögende in der zugrunde liegenden Datenbasis unterrepräsentiert sind. Das lasse sich daran ablesen, wie lange Menschen arm beziehungsweise reich blieben: Demnach sei der Anteil der Menschen, die mindestens fünf Jahre arm beziehungsweise reich seien, seit Anfang der 90er-Jahre stark gestiegen. Tatsächlich war diese Entwicklung hierzulande weit weniger stark ausgeprägt als in anderen Industrieländern, vermutlich auch, weil die wirtschaftlichen Folgen der Finanz- und Wirtschaftskrise hierzulande nur kurzfristig und nicht von Dauer waren.
Source: Die Welt November 05, 2018 12:48 UTC