In einem Interview verteidigte sich Annalena Baerbock gegen die Plagiatsvorwürfe mit der Formulierung, sie habe ja „kein Sachbuch oder so“ geschrieben, sondern über „das, was ich mit diesem Land machen will“. Prominente Grüne sprachen von einer „Dreckskampagne“ (Jürgen Trittin), einem „rechten Propagandakrieg“ (Reinhard Bütikofer) oder „Rufmord“ (Grünen-Bundesgeschäftsführer Michael Kellner). Dass die Grünen in diesem Fall so hart reagieren, mag daran liegen, dass die Kandidatin längst von einer Hoffnungsträgerin zu einer Belastung für ihre Partei geworden ist. Noch möchte sich kein grüner Landesminister, Bundestagsabgeordneter oder Mitarbeiter illoyal äußern – das Geschlossenheitsdogma hat den Grünen in den vergangenen drei Jahren zu sehr genützt. Vorerst bleibt es also bei geflüsterten Theorien.
Source: Die Welt July 02, 2021 15:22 UTC