Als die Filme noch stumm waren, mussten Kinozuschauer nicht nur Gestik und Mimik der Schauspieler lesen, sondern auch Texttafeln, die die gesprochenen Dialoge wiedergaben. Ausführlich setzten sich die Autorinnen mit dem Vorwurf des Sprachverfalls angesichts des digitalen Umbruchs auseinander. Ist das Versenden eines Emojis nicht wie das Tragen einer Jogginghose, nämlich ziemlich geschmacklos? Von sprachlicher Schönheit und Eleganz ist in dem Essay überhaupt nicht die Rede. Doch auch wenn die Autorinnen keinen sprachkritischen Ansatz verfolgen, stellt sich durch die Lektüre doch das ein, was das primäre Anliegen der Sprachkritik ist: ein reflektierter Sprachgebrauch.
Source: Neues Deutschland April 07, 2017 14:26 UTC