Wettbewerb und DeregulierungDie italienische Landwirtschaft hat seit Ende der 1980er Jahre einen Prozess der neoliberalen Umstrukturierung und Vermarktlichung durchlaufen. Die italienische Regierung und die EU förderten die Deregulierung des Agrarsektors und die Ausbreitung einer unternehmerischen Landwirtschaft. Diese Akteure haben nun die Macht, zu beeinflussen, wo, wie, von wem und zu welchem Preis Lebensmittel produziert werden. Vor der Weltwirtschaftskrise war die italienische Landwirtschaft ein Transitsektor für viele Einwanderer, denen es oft gelang, in den Industrie- oder Dienstleistungssektor in Norditalien oder anderen nordeuropäischen Ländern weiterzuziehen. Dabei erhalten sie aber unterdurchschnittliche Löhne von etwa 25 bis 30 Euro für einen Arbeitstag von zehn bis elf Stunden.
Source: Junge Welt January 07, 2022 00:30 UTC