Merkel sei eine „der erfahrensten Regierungschefinnen in der EU“, lobte Österreichs Kanzler nach seiner Begegnung mit seiner deutschen Amtskollegin in Berlin. Da hätte man glatt vergessen können, dass die deutsche Regierungschefin seit Monaten nur geschäftsführend im Amt ist – und dass Kurz während der Flüchtlingskrise als einer der schärfsten Merkel-Kritiker aufgetreten war. Kurz vertrat die Auffassung, dass sich die EU im Streit um die Quoten, die von osteuropäischen Staaten wie Polen und Ungarn abgelehnt werden, nicht verzetteln dürfe. Er kritisierte, dass die Diskussion um die Quoten, die von Merkel und Macron befürwortet werden, „etwas zu viel Raum einnimmt“. Zwar pflichtete Merkel dem Gast aus Wien insofern bei, dass die Frage der Verteilung der Migranten innerhalb der Europäischen Union nicht der Ausgangspunkt in der Flüchtlingspolitik sei.
Source: Der Tagesspiegel January 17, 2018 16:16 UTC