Der Kanzler muss ein Misstrauensvotum überstehen, doch das könnte ihm zum Vorteil gereichen. Österreichs Bundeskanzler hat nach dem Schrecken der Ibiza-Affäre mit der Bildung einer Übergangsregierung das Ende seiner Regierung eingeleitet. Und es ist nicht ausgeschlossen, dass der 32-jährige Kurz – immer noch der beliebteste Politiker des Landes – am Ende gestärkt aus der Ibiza-Affäre hervorgeht. Bei der Bestellung seiner Übergangsregierung hat Kurz die von der FPÖ nominierte, aber parteilose Außenministerin Karin Kneissl im Amt belassen. Dieses Schuldbekenntnis war eine notwendige Voraussetzung dafür, nach den Neuwahlen eine stabile Koalition mit anderen Parteien bilden zu können – ohne Extremisten.
Source: Handelsblatt May 21, 2019 18:00 UTC