Unter einem Transparent mit der Aufschrift »Wer abreißt, wird abgewählt!« forderten Vertreter der Initiative »SEZ für alle!«, dass das ikonische Bauwerk aus DDR-Zeiten weiterhin als wichtiger sozialer Treffpunkt im Stadtteil dienen solle. »Es ist nicht nur ein Problem eines einzelnen Gebäudes, es ist ein berlinweites Problem – ich würde sogar sagen, ein weltweites Problem«, sagte Elke, Vertreterin der Initiative. Unterstützung erhielt die Kundgebung am Sonnabend auch von der früheren Bundestagsabgeordneten Gesine Lötzsch (Die Linke). »Es gibt andere Möglichkeiten, angefangen bei einer großen Menge spekulativen Leerstands in Berlin«, sagte Lötzsch. Nach vielen rechtlichen Auseinandersetzungen konnte das Land Berlin das Gebäude wieder in die öffentliche Hand überführen.

February 22, 2026 18:31 UTC

Xinhua/imago China hat geliefert, und zwar Ersatzteile für Busse (Guanajay, 1.8.2025)Seit ein paar Jahren wird wieder mehr von Hegemonie geredet. Insbesondere im Kontext des wirtschaftlichen Wettlaufs zwischen den Vereinigten Staaten und der Volksrepublik China. Seit dem Sieg der sozialistischen Revolution in Kuba haben die Vereinigten Staaten ihr Sanktionsregime kontinuierlich ausgeweitet – mit dem selbsterklärten Ziel eines Regimewechsels auf der Karibikinsel. In den 1990er Jahren verschärften die Vereinigten Staaten ihre Kuba-Politik durch die Verabschiedung zweier zentraler Gesetze, die über bilaterale Sanktionen hinausgingen. Unter der Präsidentschaft von Donald Trump verschärften die Vereinigten Staaten den wirtschaftlichen und finanziellen Druck.

February 22, 2026 18:31 UTC

Szenenbild aus »Chronicles from the Siege« von Abdallah AlkhatibAm Ende hat die Berlinale doch noch ihren Ruf als ein politisches Filmfestival verteidigt. Die deutsch-französisch-türkische Produktion konnte allerdings größtenteils nicht in der Türkei gedreht werden; sie zeigt Widerstandswillen, aber auch die daraus folgenden Alltagsnöte. Psychischer Verfall, Geschäftemacherei, Egoismus und Hilfsbereitschaft, intensiver Lebens- und Liebeswille – Alkhatib zeigt die Auswirkungen des Krieges, nicht seine politischen Ursachen. Bereits zu diesem Zeitpunkt, als ihr israelaffiner Nachfolger Wolfram Weimer noch nicht im Amt war, stand die Drohung im Raum, staatliche Zuschüsse für die Berlinale zu streichen. 2025, also im Jahr nach dem Antisemitismusstreit, präsentierte die Berlinale mit »Holding Liat« und »A Letter to David« brav gleich zwei Dokumentarfilme über israelische Geiseln.

February 22, 2026 18:31 UTC

IMAGO/Anadolu Agency Durchmarsch der US-KI-Branche in Indien: Besucher testen Virtual Reality bei AI Impact Summit in Neu-DelhiOhne die von vielen erhoffte Einigung auf verbindliche Regeln zur Kontrolle von künstlicher Intelligenz (KI) ist Ende vergangener Woche ein großer internationaler KI-Gipfel in Indiens Hauptstadt Neu-Delhi zu Ende gegangen. Präsent waren unter anderem auch die Chefs der US-AI-Konzerne Open AI, Sam Altman, und Anthropic, Dario Amodei. Die am Sonnabend offiziell präsentierte Abschlusserklärung des KI-Gipfels sieht auf Druck der Vereinigten Staaten lediglich freiwillige Regeln für KI vor. Mit eigenen Versuchen, auf dem Feld der KI Erfolge zu erringen, kommen Infosys sowie weitere indische IT-Großkonzerne bislang nicht recht voran. Darüber hinaus nehmen Befürchtungen zu, KI könne in Indien allzu viele Arbeitsplätze überflüssig machen.

February 22, 2026 18:31 UTC

Sebastian Gollnow/dpa Etwa 1,8 Millionen Kinder und Jugendliche sind auf Leistungen nach SGB II und Spenden angewiesen (Essensausgabe der Berliner Tafel)Für die CDU/CSU in Bundesregierung und Parlament ist die »Bürgergeldreform« eines der ganz großen Projekte zur Schleifung sozialer Leistungen. Am Montag findet dazu eine Anhörung im Ausschuss für Arbeit und Soziales des Deutschen Bundestages statt. Statt den Zugang zum Arbeitsmarkt zu erleichtern, erschwerten die Vorgaben der neuen Grundsicherung ihn. Dabei wollten »entgegengesetzt zum öffentlichen Zerrbild« die 1,8 Millionen erwerbsfähigen Leistungsberechtigten nach Sozialgesetzbuch (SGB) II aus dem Bürgergeldbezug herauskommen. Mit Sanktionen gegen Grundsicherungsbezieher werde ein Klima der existentiellen Angst aufgebaut, das die Unternehmen als Waffe gegen die Beschäftigten einsetzen könnten, so Wasilewski in seiner schriftlichen Stellungnahme zum Gesetzentwurf.

February 22, 2026 18:31 UTC





Club Voltaire Mikis Theodorakis spielt am Klavier und unterhält die Gäste im Club Voltaire (Frankfurt am Main, 1970er Jahre)Der Club Voltaire, ein Treffpunkt der Linken mitten in der Finanzmetropole Frankfurt am Main, soll schließen. Die Eigentümer wollen das Haus verkaufen. Der Club Voltaire war seit 64 Jahren Mieter eines 160 Jahre alten Hauses im Privatbesitz. Nun entschieden die Eigentümer in der dritten Generation, das Mietverhältnis zum Jahresende 2026 zu beenden und das Haus zu verkaufen. Ob »Rock gegen rechts« oder der Verein »Städtefreundschaft Frankfurt–Kobanê«, der sich im Club gründete: Man trifft sich und diskutiert hier.

February 22, 2026 18:31 UTC

Die Linke in Bremen hat einen neuen Kovorsitzenden. Ein Parteitag in der Hansestadt bestätigte Anna Fischer am Sonnabend im Amt und wählte Max Petermann zum neuen Kolandeschef, wie die Partei mitteilte. Fischer erhielt demnach 78 Prozent der Delegiertenstimmen, für Petermann stimmten 77 Prozent. In Bremen koaliert die Linkspartei seit 2019 mit der SPD und Bündnis 90/Die Grünen unter Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD). Bei der Wahl 2023 wurde sie mit 11,6 Prozent knapp hinter den Grünen viertstärkste Kraft.

February 22, 2026 18:31 UTC

Bei neuen Angriffen der pakistanischen Luftwaffe auf Ziele in Afghanistan sind nach Angaben aus Kabul am Sonntag 18 Menschen getötet worden. Während afghanische Medien ausschließlich von zivilen Todesopfern sprachen, sollen die Bombardements laut dem Informationsministerium in Islamabad mehreren Lagern der pakistanischen Taliban sowie der Dschihadistenmiliz »Islamischer Staat« (IS) gegolten haben, die sich unmittelbar hinter der Grenze befinden. Es handele sich um Vergeltung für jüngste Suizidattentate, die von dort aus durchgeführt worden seien. Die Angaben ließen sich nicht überprüfen.

February 22, 2026 18:31 UTC

Nach tödlichen israelischen Luftangriffen auf die Hisbollah im Libanon hat ein Führungsmitglied der Organisation am Sonntag zum »Widerstand« aufgerufen. Insgesamt seien bei den Bombardements am Freitag zwölf Menschen getötet und 24 verletzt worden. Unter ihnen hätten sich acht Mitglieder der Hisbollah befunden, wie AFP unter Berufung auf einen anonymen Sprecher der Organisation mitteilte. In der Stadt Baalbek wurden am Sonnabend ein Hisbollah-Kommandeur und einer der Kämpfer im Beisein von Hunderten Menschen beigesetzt. Libanons Präsident Joseph Aoun verurteilte das israelische Vorgehen am selben Tag als »eklatante Aggression«, die eine seit 2024 geltende Waffenruhe gefährde.

February 22, 2026 18:31 UTC

Sven Thielmann/imago Ayça Miraç in der Essener PhilharmonieHier ist eine neue Stimme, die aufhorchen lässt. Faszinierend in ihren verschliffenen Melismen und fremdartig schon der Sprache wegen, die sie oft anschlägt: Ayça Miraç singt viele ihrer Lieder in Lasisch – einem Idiom, das sie von ihrer Mutter gelernt hat, die aus dem Grenzgebiet zwischen dem Nordosten der Türkei und Georgien stammt. Unsereins versteht also erst mal kein Wort, bekommt in den englischen Übersetzungen der Songtexte jedoch fast alle synästhetischen Mutmaßungen bestätigt: Es geht, in einfacher lyrischer Form und zumeist in gemächlichem Tempo vorgetragen, um Sehnsucht und Schicksal, um Liebe und Verlust. Und in den, väterlicherseits geprägt, auf türkisch gesungenen Stücken um das zunehmend bedrohte Lebensgefühl des alten Istanbul, wo die Familie regelmäßig übersommerte. Und vielleicht lohnte sich sogar der eine oder andere Flirt mit Laz-Pop-Einflüssen, die seit Ende der 90er Jahre in den türkischen Metropolen herumgeistern.

February 22, 2026 18:31 UTC

IMAGO/MediaPunch Einen Tag vor Beginn des US-Angriffs auf Irak rief Jackson zu einer Friedensdemo auf (Washington, D. C., 15.1.1991)Reverend Jesse Jackson ist tot. Jackson war ein Aktivist, der den Kampf der Afroamerikaner in den USA konsequent mit den antikolonialen Befreiungsbewegungen der Völker des globalen Südens verband. Sie verband den Kampf gegen rassistische Unterdrückung mit der sozialen Frage: Arbeitslosigkeit, niedrige Löhne, schlechte Gesundheitsversorgung und mangelhafte Gewerkschaftsrechte. Die Parole »Keep hope alive« war für Jesse Jackson keine Phrase, sondern politisches Programm, das auf Mobilisierung setzte. imago/UPI Photo Jesse Jackson besuchte auch das sozialistische Kuba und traf dort Fidel Castro (Havanna, 25.6.1984)Doch sein Engagement reichte weit über die USA hinaus.

February 22, 2026 18:31 UTC

Balken grün? Außenstehende lassen dagegen die Phantasie spielen, um sich irgendwie verständlich zu machen, was im Global­casino gespielt wird. »Was, wenn Gefühle die Kurse treiben?« wirft die am Sonntag ausgestrahlte Folge des Arte-Erklärformats »42 – Die Antwort auf fast alles« auf. Denn: »Jeder will Geld verdienen«, weiß eine New Yorker »Analystin«. Dieser Reflex, »den Markt« zu vermenschlichen, ist allzu menschlich, erklärt aber nicht das System des jederzeit überall hin verschiebbaren Buchgeldvermögens innerhalb von Bruchteilen einer Sekunde.

February 22, 2026 18:31 UTC

Der Titel des gerade erschienenen Buchs von Jens van Scherpenberg scheint in die gleiche Richtung zu zielen. »Großmachtsucht« heißt seine im Westend-Verlag erschienene Studie, die die Etappen der deutschen Außen- und Sicherheitspolitik bis heute untersucht. Der Blick ins Buch und seine 287 Seiten zeigt allerdings, dass der Autor auf das genaue Gegenteil hinauswill. Die staatliche Souveränität einer ökonomischen Großmacht Deutschland braucht Durchsetzungsfähigkeit als »führende militärische Macht Europas« – so soll das deutsche Dilemma aufgelöst werden. Bei allen Beschwörungen von Gemeinsamkeit, die auf dem realen Kern beruhen, dass weder Frankreich noch Deutschland alleine angesichts der Potenzen von USA, der Sowjetunion bzw.

February 22, 2026 18:31 UTC

Agencia Prensa-Independiente/IMAGO US-Lazarettschiff (5.7.2025)Verwundert reiben sich die Redaktionsstuben weltweit die Augen: Ein riesiges Lazarettschiff ist nach Grönland unterwegs. Der US-Präsident schrieb auf seiner Plattform »Truth Social«, das Boot solle bei der Versorgung von Kranken helfen, denn die seien auf der Insel unterversorgt. Wie wir alle wissen, verweisen die ausgebliebenen »Einzelheiten« des Herrn Trump immer auf den Kern der Sache. Auch möglich: Alle Pinguine des Südpols emigrieren derzeit nach Norden und werden dort von Trump gestoppt und »remigriert«. Gut, vielleicht ist die Bootsgeschichte auch nur ein Testballon?

February 22, 2026 18:31 UTC

»Die Dreharbeiten waren ein Abenteuer für sich«, offenbarte »Lord of the Flies«-Regisseur Marc Munden beim Interview während der Europapremiere im Rahmen der Berlinale-Special-Series-Sektion. Zur Zeit des Zweiten Weltkriegs strandet eine Gruppe von Schülern nach einem Flugzeugabsturz auf einer tropischen Pazifikinsel. Und dies subversiv in Gestalt von Kindern, mit denen im allgemeinen Begriffe wie »Unschuld« und »Reinheit« assoziiert werden. Je mehr die Jungen den Bezug zu Zivilisation und Gesetz verlieren, desto mehr regiert Irrationalismus und das Recht des Stärkeren. Sie beten Beelzebub an, den alttestamentarischen Herren der Fliegen, Ba’al Zevuv, der – hier personifiziert durch einen aufgespießten, von Insekten umflogenen Schweineschädel – zum Kriegsgott mutiert.

February 22, 2026 18:31 UTC